Unser Dorf hat Zukunft
Erfolge beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“
| 1999/2002 | Gruppe C: 2. Platz |
| 2005 | Gruppe C: 1. Platz |
| 2008 | Gruppe A: Gold |

Die folgende Dokumentation „Wissenswertes in Wort und Bild“ wurde für den Wettbewerb 2008 von der Stadt Oberviechtach, Nabburger Str. 2, 92526 Oberviechtach, in Zusammenarbeit mit Herrn Manfred Senft, 1. Vorsitzender der Freiw. Feuerwehr Obermurach, und Herrn Hubert Teplitzky, Kreisheimatpfleger, erstellt. Die Angaben beziehen sich auf den Stand 2008/2009.
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Grußwort des 1. Bürgermeisters der Stadt Oberviechtach
Die Stadt Oberviechtach beteiligt sich seit vielen Jahren mit ihren Ortsteilen am Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“. Sowohl in der Gruppe C als auch in der Gruppe A konnten die gemeldeten Orte wiederholt hervorragend abschneiden. Eigelsberg und Wildeppenried erzielten in ihrer Gruppe 1. Plätze und erhielten dadurch die Möglichkeit, sich auf Bezirksebene zu präsentieren.
Bereits im Jahr 2005 wurde Obermurach beim Wettbewerb zum Sieger in der Gruppe C gekürt. Im Jahr 2008 startete der Ortsteil in der Gruppe A und konnte diesen Erfolg wiederholen.
Nicht nur für die Stadt Oberviechtach, sondern auch für die Dorfgemeinschaft Obermurach war dieser Erfolg eine besondere Freude, berechtigt doch diese ausgezeichnete Platzierung zur Teilnahme am Bezirksentscheid. Ich bin mir sicher, dass die Dorfgemeinschaft alles unternehmen wird, ihr Dorf von der besten Seite zu präsentieren.
Bereits heute darf ich die Bewertungskommission in Obermurach sehr herzlich begrüßen.
Heinz Weigl, 1. Bürgermeister
Grußwort für die Dorfgemeinschaft
Die ehemals selbstständige Gemeinde Obermurach, die seit dem Jahr 1972 als Ortsteil zur Stadt Oberviechtach gehört, fühlt sich zusammen mit den anderen Ortsteilen gut aufgehoben in der großen Gemeinschaft.
Neben der Freiwilligen Feuerwehr Obermurach, die auf eine über hundertjährige Tradition zurückblicken kann, gibt es als Dorfgremium noch die Jagdgenossenschaft. Eine Vielzahl der Obermuracher Familien ist auch Mitglied beim Obst- und Gartenbauverein Oberviechtach, der die Bemühungen um die Ortsverschönerung bestens unterstützt.
Seit Beginn der Dorfsanierung ist die Dorfgemeinschaft jedes Jahr aufs Neue bemüht, ihren Heimatort noch liebenswerter zu gestalten. Nicht zuletzt die Erfolge in Serie bei den Wettbewerben auf Kreisebene „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ gibt den Einwohnern von Obermurach die Gewissheit auf dem richtigen Weg zu sein.
Nicht ohne Stolz präsentierten sich die „Hauserner“ beim Landkreisentscheid 2008. Die Mitbürgerinnen und Mitbürger haben gezeigt, dass sie einen langen Atem haben, was die Verbesserung ihres Lebensumfeldes angeht. Auch nach dem Versiegen der öffentlichen Finanzmittel legen sie die Hände nicht in den Schoß, sondern setzen ihre Bemühungen mit großem Engagement fort.
Manfred Senft, 1. Vorsitzender der FFw Obermurach

Geschichte Obermurachs

Trotz intensiver Nachforschungen ist nicht mit Sicherheit festzustellen, wann Burg Murach und die ersten Häuser auf der Berghöhe errichtet worden sind. Die Gründung liegt vermutlich im 10./11. Jahrhundert. Eine wirkliche Gemeinde im heutigen Sinne entstand erst viel später.
Ursprünglich gehörten alle Bewohner zur Burg. Ein Dorf Murach oder Obermurach wird nicht erwähnt. Demnach ist anzunehmen, dass Schloss Murach und Berg Murach zusammengehörten und vom Pflegamt auch verwaltet wurden. So ist die Geschichte von Obermurach in ihren Anfängen die Geschichte der Burg und ihrer Leute.
Bei der Bildung der Steuerdistrikte im Jahre 1808 gehörten zur Gemeinde Obermurach die Ortsteile Eigelsberg, Sallach, Altweichelau, Niesaß, Knaumühle, Steinmühle und Schweighof.
1832 wird im „Lexicon vom Königreich Bayern“ der Ort wie folgt beschrieben: „Murach (Ober- oder Haus), Dorf an der Murach mit 27 Häusern und 75 Einwohnern, im Landgericht Neunburg vor dem Walde und ½ Stunde von der Pfarrei Oberviechtach entfernt, wohin dasselbe gehört.“ Es ist zu bemerken, dass Obermurach im Gegensatz zu Niedermurach nicht an dem Flüsschen Murach liegt.
Der gute Bürgersinn der Gemeinde bewährte sich nach dem Kriege. Am 12.01.1946 hatte die Regierung von Niederbayern und der Oberpfalz in Regensburg die Gemeinde Obermurach aufgelöst und in die Gemeinde Oberviechtach eingegliedert. Zur Gemeinde Obermurach gehörten damals Obermurach, Knaumühle, Niesaß und Steinmühle. Die Bürger von Obermurach wollten selbstständig bleiben und erhoben gegen die Eingemeindung Widerspruch. Diesem Wunsch entsprach die Regierung in Regensburg am 20.02.1948.
Die Gemeinde Obermurach zählte bis zu ihrer Eingemeindung in die Stadt Oberviechtach zum 01.01.1972 zu den kleinsten Gemeinden des ehemaligen Landkreises Oberviechtach.
Für die Jahre 1950 und 1960 liegen für Obermurach keine Einwohnerzahlen vor. Die Bevölkerungsentwicklung für Obermurach ist durch eine starke Abnahme zwischen 1970 und 1980 gekennzeichnet. Dieser Trend hat sich jedoch nicht fortgesetzt. Vielmehr ist wieder ein leichter Anstieg feststellbar, welcher auch durch Wiederbezug von im Rahmen der Dorferneuerung sanierten Einzelanwesen begründet ist. In Obermurach gibt es noch 5 landwirtschaftliche Betriebe, die im Haupterwerb bewirtschaftet werden.
| Einwohnerentwicklung Obermurachs | |
| 1975 | 92 Einwohner |
| 2007 | 121 Einwohner |
| 2008 | 123 Einwohner |
| Gemarkung Obermurach (incl. Eigelsberg) | |
| Gebäude- und Freiflächen | 12 ha |
| Landwirtschaftsfläche | 205 ha |
| Verkehrsfläche | 29 ha |
| Waldfläche | 126 ha |
Bauleitplanung in Obermurach
Flächennutzungsplan
Der im Jahr 1968 genehmigte Flächennutzungsplan der Stadt Oberviechtach wurde ab April 1978 an das durch die Gebietsreform in den 70er Jahren entstandene neue Stadtgebiet angepasst. Der überarbeitete Flächenutzungsplan erfuhr im Jahr 1991 seine Genehmigung. Die ehemalige Gemeinde Obermurach, im Jahr 1972 im Zuge der Gebietsreform in die Stadt Oberviechtach eingegliedert, besteht aus dem Altort, der den Burgberg im Osten und im Süden umgibt, und aus der Bebauung entlang der „Oberviechtacher Straße“.
Im Flächennutzungsplan ist der Altort als Dorfgebiet (MD) dargestellt und die Wohnbebauung entlang der „Oberviechtacher Straße“ als Allgemeines Wohngebiet.

Bebauungsplan „Bürgerflecke“
Der Bebauungsplan mit der Bezeichnung „Bürgerflecke“ wurde aus dem Flächennutzungsplan entwickelt. Das kleine Baugebiet mit nur drei Bauparzellen entspricht dem Bedarf und den dort vorzufindenden Gegebenheiten. Bei der Bezeichnung „Bürgerflecke“ wurde auf den bestehenden Flurnamen zurückgegriffen.

Aufgrund seiner Topographie, seiner Bevölkerungsstruktur und der vorhandenen Infrastruktur ist der Ortsteil Obermurach nicht für eine Siedlungstätigkeit größeren Umfangs geeignet. Deshalb galt es, bei der Bauleitplanung darauf zu achten, dass zumindest nachgeborene Obermuracher, die den Wunsch haben, ihr Eigenheim an ihrem Heimatort zu errichten, dies auch tun können. Hierfür wurde die Wohngebietsdarstellung im Bereich der „Oberviechtacher Straße“ nach Südosten hin bedarfsgerecht ausgeweitet. Sobald sich ein konkreter Bedarf ankündigt, kann hier wiederum ein Bebauungsplan zur Begründung von Baurecht aufgestellt werden.
Nachdem seit der Genehmigung des derzeit noch gültigen Flächennutzungsplans mehr als 15 Jahre vergangen waren, wurde im Jahr 2006/2007 mit der erneuten Überarbeitung des Flächennutzungsplans begonnen. Wie der nachfolgende den Ortsteil Obermurach betreffende Entwurf zeigt, werden keine Änderungen erforderlich. Ein Indiz dafür, dass sich die Bauleitplanung in Obermurach stets am Bedarf orientierte.

Grünordnung / Ortsbild
Das unverwechselbare Profil und Erkennungszeichen von Obermurach ist seine einzigartige Lage in der Landschaft. Der Felssporn mit der darauf thronenden Burg Haus Murach sowie das sich an den Hang anschmiegende Dorf sind aus vielen Blickrichtungen und aus mehreren Kilometern Entfernung sichtbar. An der Westseite dominiert der den Felskegel bestockende Wald.

So exponiert das Dorf in der Landschaft liegt, so sehr ist es in seiner Lage am Hang in ortsbildprägende Grünstrukturen eingebettet, die im Wesentlichen aus Obstgärten, Bäumen und Hecken bestehen. Für das Erscheinungsbild charakteristisch sind weiterhin die offenen Grünlandflächen im Vorfeld des Ortes.
Die Ortserschließung mit den Straßen- und Wegeräumen ist sehr sensibel in die vorhandene Hangtopographie eingefügt. Die Straßenräume sind, neben der baulichen Struktur, von einer Vielzahl dörflicher Gestaltungselemente im Freiraum geprägt. Dazu zählen Saumfluren und Anger, Bauerngärten, Zäune und Staudenpflanzungen. Als raumbildende Grünstrukturen wirken Obstbäume auch in die Straßenräume hinein.

Obermurach ist aber nicht nur durch sehr viel Grün geprägt. Die dörfliche Gartenkultur hat hier noch wesentlichen Einfluss auf eine harmonische Dorfgestaltung und die Wohn- und Lebensqualität im Dorf. Bauerngärten leisten hier einen wesentlichen Beitrag.

Die Durchgrünung des Ortsteils ist nicht auf öffentliche Flächen beschränkt. Viele private Anwesen ziert ein Hausbaum; ebenso ist es den Grundstücksbesitzern ein echtes Anliegen, ihr Grundstück entsprechend einzugrünen.

Dorferneuerung Obermurach
Nachdem auf Ansuchen der Stadt Oberviechtach am 30. Juni 1989 das Verfahren für die umfassende Dorferneuerung für Obermurach durch die Direktion für Ländliche Entwicklung in Regensburg angeordnet worden war, konnte die Maßnahme ihren Lauf nehmen. Dass es sich um eine langwierige Prozedur von über 19 Jahren handeln würde, ahnte damals niemand. So ging man voller Elan an die Arbeit. Mit einer Teilnehmerversammlung am 14. September 1989 begann die Geschichte der Dorferneuerung Obermurach. Teilbürgerversammlungen, Informationsveranstaltungen, Vorstandschaftssitzungen und Anhörungstermine reihten sich aneinander. Eine ganze Reihe von Beschlüssen des Stadtrates wurden zum Verfahren gefasst. In der ersten Vorstandschaftssitzung der Teilnehmergemeinschaft (TG) unter Vorsitz von BOR Michael Schindler (ab 1999 Vorsitzender TOAR Josef Wunderer) wurde die Planung an das Architekturbüro Josef Schönberger, Tännesberg, vergeben.
Der Planer begann mit umfangreichen Erhebungen und Befragungen aller Ortsbewohner, erfuhr deren Vorstellungen und Wünsche, die er in seinen Vorentwurf, soweit realisierbar, mit aufnahm. Parallel dazu führte eine Klasse des Ortenburg-Gymnasiums Oberviechtach im Rahmen eines Projektunterrichts Befragungen durch, erkundete den Ort und unterbreitete ihrerseits Vorschläge. Diese wurden der Öffentlichkeit 1991 mittels Bildern, Schautafeln und Vorträgen vorgestellt.

Maßnahmen, die im Rahmen der Dorferneuerung durchgeführt wurden
Kinderspielplatz in Obermurach
Die Neugestaltung des Kinderspielplatzes bildete im Jahr 1992/1993 als vorgezogene Maßnahme den Auftakt für die Dorferneuerung Obermurach. Im Jahr 2008 wurde eine Generalsanierung des Spielplatzes vorgenommen.


Passend zur Ortschaft wurde als Hauptattraktion eine Burganlage mit vielen Spiel- und Klettermöglichkeiten geschaffen. Mit der Segnung am 14.11.2008 wurde der Spielplatz den Mädchen und Buben offiziell übergeben. Nach dieser Neugestaltung zählt der Spielplatz in Obermurach zu den schönsten im Stadtgebiet und stellt eine echte Bereicherung für den Ortsteil dar. Der äußerst beliebte Spielplatz wird auch gerne von auswärtigen Familien besucht.
Dorfplatz
Eine besonders markante Stellung kommt dem neu gestalteten Dorfplatz zu. Die Stadt konnte nach einem Großbrand die ehemalige landwirtschaftliche Hofstelle erwerben. Er stellt nunmehr eine Art Multifunktionsplatz dar. Mit ihm wurden im Ortskern einige Stellflächen geschaffen sowie ein Platz, der als Treffpunkt und Ort für Feierlichkeiten bestens geeignet ist.


Um ihn gruppieren sich das sanierte Waaghäuschen, ein Unterstellhäuschen und eine überdachte Sitzgelegenheit.

Krönung dieses Ensembles ist der neue Dorfbrunnen. Geschaffen wurde das Kunstwerk aus Granit von Horst R. Bittner.

Der Granitblock beherbergt unten zwei Wappenreliefs und oben eine Beckenvertiefung für das Wasser und zwei bronzene Wasserspeier. Diese zwei geflügelten Löwen sollen Torwächter symbolisieren.
Auch das Dorfkreuz ist nach einer gründlichen Restaurierung wieder an seinem Stammplatz am Rand des neu geschaffenen Dorfplatzes zurückgekehrt.

Sanierung der Ringlstetter-Kapelle
Im Jahre 1936 stiftete der Landwirt Dionys Ringlstetter gegenüber seinem Anwesen, am Weg von Obermurach nach Eigelsberg, eine Kapelle zu Ehren des Heiligen Bruder Konrad.
Im August 1936 erstellte das Baugeschäft Josef Thammer, Oberviechtach, die Pläne. Am 1. Oktober desselben Jahres wurde die Planung der Regierung und dem Bischöflichen Ordinariat vorgelegt. Nachdem auf Anfrage des Ordinariats die Pfarrämter Oberviechtach und Niedermurach gegen den Bau keine Einwendungen erhoben, stimmte auch die Bischöfliche Behörde zu, so dass am 22.10.1936 die Baugenehmigung erteilt werden konnte. Pfarrer Josef Franz von Oberviechtach erhielt am 22.07.1937 vom Bischof die Vollmacht, die neu erbaute Kapelle zu Ehren des Heiligen Bruder Konrad feierlich zu benedizieren.


Im Rahmen der Dorferneuerung Obermurach entschlossen sich die jetzigen Eigentümer, Familie Zeitler, ihre Kapelle zu sanieren. Dankenswerterweise leisteten die Mitglieder der Freiw. Feuerwehr Hand- und Spanndienste. Die Gesamtkosten der Sanierung bezifferten sich auf ca. 15.000,-- DM, die Förderung lag bei ca. 55 %.
Nach Abschluss der Arbeiten ist in die kleine Kapelle wieder Glanz eingezogen. Am 30.05.1999 erfolgte die Segnung des renovierten Kleinods. Dieses hat nach der Sanierung eine Wiedergeburt erfahren und lädt zum andächtigen Verweilen, zum Besinnen, zum Rückzug aus dem Alltag, zum Kraft- und Mutschöpfen ein.
Glockenturm
Bereits Ende des 19. Jahrhunderts besaß Obermurach einen Glockenturm. Wegen Baufälligkeit wurde er um 1930 abgebrochen und in seiner jetzigen Form errichtet. Die Ave-Glocke erhielt am 05.03.1950 ihre Weihe; sie wurde von den Ortsbewohnern gestiftet.
Als weitere vorgezogene Maßnahme wurde nach Beschluss der Teilnehmergemeinschaft in Abstimmung mit der Stadt im August 1993 die Sanierung des Glockenturms – Fundament ist Teil eines ehem. Backofens – eingeleitet. Die Sanierung und kein Neubau wurde mit den Dorfbewohnern abgestimmt und befürwortet.


Gemeinschaftshaus
Lange Zeit wurde versucht, das ehemals von der Arbeiterwohlfahrt gebaute Erholungsheim in Obermurach einer neuen Nutzung zuzuführen. Das 1937 gebaute und 1955 erweiterte Gebäude war vollständig renovierungsbedürftig. Das Gebäude wurde Mitte der 90er Jahre von der Stadt Oberviechtach erworben. Die zum Teil eingefallene Stützmauer entlang der Straße zur Burg wurde im Rahmen der Dorferneuerungsmaßnahme komplett renoviert. Da das Gebäude ortbildprägenden Charakter hat, war an einen Abbruch nicht zu denken.
Mit der Dorfgemeinschaft Obermurach war nach verschiedenen Gesprächen auch bald ein Träger für das neue Gemeinschaftshaus gefunden. Die notwendigen Renovierungs- und Umbaumaßnahmen werden bzw. wurden durch die Dorfgemeinschaft mit Unterstützung des städtischen Bautrupps durchgeführt.
Es wurden Räume für die Aufnahme der Gerätschaften und Kostüme der „Hausener Rittergruppe“ geschaffen. Auch der Feuerwehrverein hat einen Raum zur Unterbringung von Uniformen, Fahnen und der vereinseigenen Utensilien erhalten. Der ehemalige Bewirtungsraum steht der Dorfgemeinschaft und auch der Stadt für Veranstaltungen zur Verfügung. Es sind bis zum heutigen Tag bereits mehr als 1.000 Stunden von der gesamten Dorfbevölkerung geleistet worden, um das Haus in der jetzigen Form nutzen zu können.



Auch die Anbindung vom Gemeinschaftshaus bis zum Burgtor wurde gepflastert.


Feuerwehrgerätehaus
Nicht nur das alte Feuerwehrgerätehaus bedurfte einer dringenden Renovierung, auch der Vorplatz musste neu gestaltet werden. Die Mitglieder der Obermuracher Wehr haben deshalb im Jahr 2005 mit großem Engagement ihr Feuerwehrgerätehaus größtenteils in Eigenregie renoviert und die Außenanlagen neu gestaltet.


Die Freiw. Feuerwehr Obermurach kann eine mehr als 100-jährige Geschichte vorweisen. Den Damen und Herren der Wehr obliegt es, die Organisation aller Arbeitseinsätze und Feierlichkeiten am Ort zu koordinieren. 1. Vorsitzender der Wehr ist derzeit Manfred Senft, 1. Kommandant Thomas Hanweck.

Seit dem Jahr 1976 gibt es in Obermurach auch eine Rittergruppe. Diese historische Gruppe, aus der Feuerwehr hervorgegangen, stellt für jeden Festzug eine echte Bereicherung dar.

Private Sanierungs- und Neubaumaßnahmen
Im Rahmen der Dorferneuerung haben sich auch eine ganze Reihe von Hauseigentümern nach eingehender Beratung dazu entschlossen, ihre Anwesen zu sanieren. Dass sich die Bemühungen lohnen, zeigen die vielen jungen Familien, die das bestehende Elternhaus wieder mit neuem Leben erfüllt oder ein neues Eigenheim am Ort errichtet haben.
Einige Beispiele der gelungenen Sanierungsmaßnahmen:






Besonders zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang das Bemühen der Obermuracher Bauherren, die Bauform ihrer Gebäude und die verwendeten Baumaterialien dem Orts- und Landschaftscharakter anzupassen. Dass diese Bemühungen Erfolg hatten, lässt sich an den nachfolgenden Beispielen dokumentieren.


Burg Murach

Die imposante Burgruine des hoch gelegenen Ortes Obermurach beherrscht das südwestliche Blickfeld der Stadt. Der Name Murach wird 1110 erstmals urkundlich erwähnt. Von der einst mächtigen Festung mit ihrer strategischen Bedeutung auf einer Bergkuppe ist nur noch eine Ruine erhalten, die dem bayerischen Staat gehört.
Erbaut wurde die Burg auf Weisung der Grafen von Sulzbach. Nach dem Aussterben ihrer männlichen Linie im 12. Jahrhundert gelangte die Festung durch Heirat an die bedeutenden Grafen von Ortenburg, deren Erinnerung unter anderem im Oberviechtacher Ortenburg-Gymnasium fortlebt. Nach Erbstreitigkeiten der Ortenburger kam ihr Besitz im 13. Jahrhundert an den Wittelsbacher Herzog Ludwig von Oberbayern, der Burg und Amt Murach mit seinen Dienstleuten besetzte. In dem in der bayerischen Geschichte bedeutenden Hausvertrag von Pavia der Wittelsbacher fiel Murach 1329 zusammen mit dem Großteil der Besitzungen im Nordgau an die Pfälzische Linie der Wittelsbacher, von der es 300 Jahre später (1628) unter Kurfürst Maximilian I. an die bayerische Linie zurückkam.
Die Wehrhaftigkeit der Festung bewies sich in den Hussitenkriegen von 1419 bis 1436, als Murach allen Anstürmen standhielt. Im Rahmen der bayerischen Gebiets- und Verwaltungsreform zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden Amt und Pfleggericht Murach 1803 nach Neunburg v.W. verlegt und die Burg an einen Privatmann verkauft. Ab dieser Zeit benutzte man das Bauwerk als billigen Steinbruch; die Witterungseinflüsse trieben den Verfall zudem voran. Erst nach der Errichtung des Landgerichts in Oberviechtach kaufte der Staat 1844 die Ruine zurück und sorgte für eine notdürftige Konservierung.
Seit dem 13. Jahrhundert taucht für Murach in den Quellen immer wieder die Benennung „Haus“ auf, die sich im Volksmund bis heute als Bezeichnung für die Ortschaft Obermurach erhalten hat. Bezogen auf die Burg verrät dieser Begriff die Nutzung als Wohnburg oder Schloss.
Der Bergfried, wohl nicht vor 1250 erbaut, ist der bis heute am besten erhaltene Teil der Anlage. Von der Aussichtsplattform auf dem etwa 20 m hohen Turm hat der Besucher einen herrlichen Rundblick weit ins Land hinaus. Relativ gut bewahrt sind auch noch Reste der äußeren Burgmauer und der inneren Zwischenmauer mit dem Zugang zum oberen Burghof. Palas, Kapelle und Verlies sind nur noch in den Grundmauern erkennbar.

Die Burganlage Obermurach steht im Eigentum des Freistaates Bayern und wird durch das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach verwaltet.
Seit Jahren bemühte sich die Stadt Oberviechtach den Granitkegel der Burgruine zu entbuschen. Die Durchführung der Auslichtung gestaltete sich als schwierig, da sich die Grundstücke größtenteils in Privatbesitz befinden. Erst 2009 führten die Bemühungen zum Erfolg. Der Granitkegel konnte ausgelichtet werden.
Die Burg mit ihrem einmaligen Flair wird deshalb auch gerne für kulturelle und festliche Veranstaltungen genutzt.


Insbesondere das Theaterensemble des Ortenburg-Gymnasiums Oberviechtach und der Doktor-Eisenbarth-Festspielverein nutzen die herrliche Kulisse gerne für ihre Aufführungen. Alljährlich findet im Burghof auch das traditionelle „Hausener Burgfest“ im August statt.





Dorfgemeinschaft in Obermurach
Das gesellschaftliche Leben im Ortsteil Obermurach wird insbesondere durch die aktive Dorfgemeinschaft geprägt. Die Gemeinschaft wird in diesem Ortsteil groß geschrieben.
Für Zusammenkünfte steht der Dorfgemeinschaft nicht nur die Tafernwirtschaft Albang, sondern auch das sanierte Gemeinschaftshaus zur Verfügung. In Obermurach selbst gibt es keinen Gartenbau- und Ortsverschönerungsverein. Viele Obermuracher haben sich deshalb dem Obst- und Gartenbauverein Oberviechtach angeschlossen.
Neben den zahlreichen jungen Familien am Ort ist auch für die Senioren noch Platz. Einige alleinstehende Seniorinnen und Senioren werden von den Nachbarn betreut und umsorgt. Tägliche Besuche, Besorgungsfahrten und Brennholzbeschaffung sind hierfür der beste Beweis. Die älteren Bürgerinnen und Bürger fühlen sich in ihrem „Obermurach“ geborgen. Die Kinder besuchen den Kindergarten und die Schulen im nahe gelegenen Oberviechtach. Das abwechslungsreiche Vereinsleben und die Pflege der Dorfgemeinschaft tragen dazu bei, dass sich auch die jungen Obermuracher im Ort wohl fühlen.
Den Gemeinschaftssinn haben die Obermuracher nicht nur bei gesellschaftlichen Veranstaltungen, sondern auch bei den zahlreichen Arbeitseinsätzen unter Beweis gestellt.

Burgfest
Insbesondere beim traditionellen Burgfest wird das Miteinander alljährlich unter Beweis gestellt. Seit 1976 ist dieses Fest ein Höhepunkt im Reigen der Festsaison der umliegenden Ortschaften. Traditionell findet das Burgfest am 1. Sonntag im August statt. Das Fest erfreut sich großer Beliebtheit und zieht Besucher weit über die Stadtgrenzen hinaus an.


Petersbaum
Die Dorfgemeinschaft stellte am 27. Juni 1999 einen Petersbaum am neu gestalteten Dorfplatz auf. Unter Mitwirkung der Feuerwehr und der gesamten Dorfbevölkerung wurde der Baum der alten Tradition gemäß errichtet. Der neu gestaltete Dorfplatz und die erfolgreichen Bemühungen der einzelnen Bürger, ihre Anwesen entsprechend den Ziele der Dorferneuerung zu verschönern, waren für die Feuerwehr ausschlaggebend, nach mehr als 30-jähriger Pause die alte Tradition des Peterbaumes wieder aufleben zu lassen, dessen historische Wurzeln nicht endgültig geklärt sind.
Laut Kreisheimatpfleger Hubert Teplitzky tauchen Petersbäume dort auf, wo auch die Vornamen Peter häufig vorkommen. Vermutlich handelt es sich um einen verspäteten Maibaum, der offenbar auch deswegen erst um den früheren Festtag „Peter und Paul“ aufgestellt wurde, um etwas Abstand zu den vielen Feierlichkeiten um den 1. Mai und um Johanni zu gewinnen.

Maiandachten
Die Tradition der Maiandachten ist in Obermurach nach wie vor lebendig. Die kurzen Andachten finden im Mai an der Natursteingrotte unterhalb des Burgbergs statt. Vor allem bei Kindern sind diese Andachten sehr beliebt.

Osterbrunnen
Die Dorfgemeinschaft Obermurach hat heuer erstmals den Dorfbrunnen mit bunten Ostereiern geschmückt. Die Familien im Ort nutzten das schöne Wetter, um den Dorfplatz zu säubern, die Bäume in Form zu bringen und gemeinsam den Brunnen mit frischem Grün und farbigen Eiern zu dekorieren. Für die Kinder fand zudem wieder eine Osternestsuche statt.


Obermurach